Interview Rheinpfalz vom 17.Mai 2019

Kreis Südliche Weinstraße Gerda Schäfer (SPD)
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von Jörg Petri  
Das nennt man dann wohl einen steilen Aufstieg. Erst Anfang 2015 ist Gerda Schäfer in den Stadtrat von Bad Bergzabern eingezogen, als Nachrückerin. Und nun schickt sie sich an, als Bürgermeisterkandidatin der SPD an die Spitze der Kurstadt zu rücken. Dabei hat die 59-Jährige auch erst seit sechs Jahren ein Parteibuch der Sozialdemokraten. „Aber ich stand der Partei schon immer nahe“, betont sie. Und Politik habe in ihrer Familie schon immer eine Rolle gespielt, auch ihr Vater war Kommunalpolitiker. Geboren und auf-gewachsen ist Gerda Schäfer in Krefeld in Nordrhein-Westfalen. Seit 1991 lebt sie in Bad Bergzabern, wohin sie eher der Zufall verschlagen hat. „Ich habe in den 80er-Jahren mal eine Motorradtour für Ärzte in die Südpfalz organisiert. Dann bin ich in dieser wunderschönen Gegend hängengeblieben“, erzählt sie. Über 20 Jahre hat sie in leitender Funktion in der Pro-Seniore- Residenz in der Kurstadt gearbeitet, seit gut zwei Jahren ist sie bei der Ökumenischen Sozialstation Annweiler-Bad Bergzabern beschäftigt. Beruf- lich hat Gerda Schäfer also viel mit älteren Menschen zu tun. Aber auch die Jugendlichen hat sie fest im Blick. „Die Jugendlichen sind mir ganz wichtig. Ich will junge Leute an die Politik heranführen“, sagt sie. Eine Jugendsprech- stunde will sie als Stadtbürgermeisterin einführen. „Ich will ein Bad Berg- zabern für alle“, betont sie. Das verkündet sie auch auf ihren Flyern. Derzeit sucht sie intensiv den Kontakt zu den Bürgern, egal ob jung oder alt. Wie das bei den Sozialdemokraten schon zur festen Tradition geworden ist, macht auch Gerda Schäfer im Wahlkampf Hausbesuche. Ihre Erfahrungen sind überwiegend positiv. „Manchmal kommt man unpassend, klar, aber die meisten Menschen sind aufgeschlossen für ein Gespräch“, erzählt sie. Mit ihrem Brötchengeber hat sie bereits vereinbart, dass sie bei einem Wahlsieg ihre Arbeitszeit reduzieren wird. „Mindestens um einen Tag“, sagt sie. Es könne auch sein, dass sie sich an zwei oder drei Nachmittagen ganz in den Dienst der Stadt stelle. „Das wird man sehen. Mir ist klar, dass die Arbeitsbelastung für den Stadtbürgermeister hoch ist. Aber ich vertraue auch darauf, dass ich richtig gute Beigeordnete haben werde.“ Außerdem setze sie auf die Zu- sammenarbeit mit der Verwaltung, dort würden sehr gute Leute arbeiten. Neue Ideen für den Friedhof Dass schon allein wegen der finanziellen Situa- tion die Herausforderungen für den neuen Stadtrat und die neue Stadtspitze enorm sein werden, ist Gerda Schäfer bewusst. „Allein werden wird das nicht schaffen“, sagt sie, „aber es nützt ja nichts, nur zu jammern. Wir brauchen Ideen.“ Etwa bei der ärztlichen Versorgung. In naher Zukunft wird Bad Berg- zabern ein Problem bei den Hausärzten bekommen. „Wir wollen nicht warten, bis die Kassenärztliche Vereinigung ihrer Verantwortung nachkommt“, sagt sie. Eine Hausärzte-Gemeinschaft in kommunaler Trägerschaft könnte eine Lösung sein. „Über den Zustand des Friedhofs bin ich erschüttert“, sagt Gerda Schäfer. Da sei in den vergangenen Jahren nichts passiert, das lange angekündigte Friedhofskonzept sei weit und breit nicht zu erkennen. „Da müssen wir alle an einen Tisch holen.“ Auch beim Friedhof seien Ideen gefor-dert. „Es gibt tolle Vorbilder. Friedhöfe, die richtige Begegnungsstätten sind, etwa mit Führungen auch für junge Menschen“, sagt die Sozialdemokratin. Man müsse das Problem halt irgendwann einmal anpacken.
Quelle Ausgabe Die Rheinpfalz Pfälzer Tageblatt – Nr. 114 Datum Freitag, den 17. Mai 2019 Seite 20